Oranienburg, 10.01.2019, von Andy Schmiedichen

Kraftfahrer schlittern in das neue Ausbildungsjahr

Die erste Ausbildungsmaßnahme des neuen Jahres absolvierten unsere Kraftfahrer am 05. Januar in Oranienburg Lehnitz. Ein LKW-Fahrsicherheitstraining stand auf dem Plan, welches einiges Geschick verlangte.

Alle teilnehmenden Fahrzeuge

Um 06:00 Uhr machten sich 9 unserer Kraftfahrer mit allen LKWs unseres Ortsverbandes auf den Weg zu einem lange geplanten Fahrsicherheitstraining in Oranienburg. Einen kleinen Zwischenstopp legten sie im Ortsverband Fürstenwalde/Spree ein, um zum einen zwei weitere Fahrzeuge mit drei Fürstenwalder Kraftfahrern in den Verband einzugliedern und um von dort auch Lunchpakete in Empfang zu nehmen.

Gegen 09:00 Uhr erreichten alle zwölf Teilnehmer das Ausbildungsgelände der TÜV Rheinland Akademie im Mühlbecker Weg in Oranienburg. Freundlich empfangen, wurde auch gleich die Ladung und Ladungssicherung der Fahrzeuge durch den zuständigen Mitarbeiter des TÜV kontrolliert, bevor es zu einem kleinen Theorieunterricht ging. Besprochen wurden da nicht nur der geplante Ablauf und das Verhalten auf dem Gelände, sondern auch Erwartungen und Fragen der Kraftfahrer. Ebenso wurden die heutigen verwendeten Assistenz- und Sicherheitssysteme (ESP, ABS/ABV, ASR, Spurhalteassistent, etc.) technisch erläutert und Themen wie Ladungssicherung, Allrad/Untersetzung ausführlich besprochen.

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann auf das Übungsgelände. Die ersten Aufgaben bestanden darin, eine Vollbremsung aus ca. 45 km/h durchzuführen. Hierzu mussten die Kraftfahrer allerdings erst einmal kleinere Hemmschwellen überwinden, denn einen LKW mit einen Gewicht von 8 - 20 Tonnen zur Vollbremsung zu bringen kommt im Alltag glücklicherweise selten vor. Groß ist somit der Respekt, wie das jeweilige Fahrzeug sich also verhalten wird. Nachdem dies jedem sicher geglückt ist, wurden Auffälligkeiten besprochen. Beispielsweise haben nahezu alle Kraftfahrer eine verkrampfte Haltung eingenommen, sieht vielleicht lustig aus, hindert aber den Fahrer beispielsweise "sanfte" Lenkbewegungen vorzunehmen, wie sich in weiteren Übungen zeigte. Gleiche Aufgabe, anderer Untergrund: Vollbremsung auf nasser/glatter Fahrbahn war die zweite Disziplin. Hier konnte festgestellt werden das der Bremsweg bedeutend länger wird und auch das ein oder andere Fahrzeug zum ausbrechen neigte. Erschreckend war die Tatsache das bereits ein Geschwindigkeitsunterschied von 5 km/h den Bremsweg beachtlich veränderte. In den folgenden Übungen wurde der Untergrund immer wieder verändert. Viel Geschick war beispielsweise gefordert als der Untergrund auf einer Hälfte trocken, auf der anderen Nass war. Später kamen Hindernisse hinzu, welche mit kurzmöglichstem Bremsweg umfahren werden sollten. Ein weiterer wichtiger Bestandteil war die Kreisbahn. Ungefähr der Größe eines Kreisverkehrs entsprechend, allerdings mit glatten Untergrund. Hier konnten die Fahrer eigenständig "erforschen" ab welcher Geschwindigkeit die Fahrzeuge die Haftung verlieren und zu rutschen beginnen, sowie welche wirksamen Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Nach jeder Station wurde mit dem Ausbilder besprochen welches Verhalten richtig war, ob Fehler abgestellt werden können oder ob diese nicht im Handlungsbereich des Fahrzeugführers liegen. Denn eins lernten alle schnell: das beste fahrerische Können und die besten Sicherheitssysteme in Fahrzeugen können die Physik der Natur nicht ändern oder abstellen. 

Nach einer größeren Abschlussübung, wo alles gelernte zusammen gefordert wurde konnte der Erfolg der Ausbildung verbucht werden. Jeder der Teilnehmer erhielt ein Zertifikat zur erfolgreichen Teilnahme und ist nun sensibilisiert was das Fahren, Lenken und Bremsen unter schwierigen Bedingungen angeht. Im Februar findet eine erneute Ausbildung vor Ort statt, wo eine weitere Gruppe unserer Kraftfahrer daran teilnehmen wird. 

Wir bedanken und bei der TÜV Rheinland Akademie für die spannende und lehrreiche Ausbildung und die Möglichkeit das eigene Einsatzfahrzeug unter verschiedenen Bedingungen zu testen und Grenzen aufzuzeigen. Wichtiges Wissen für zukünftige Einsatzfahrten konnte erlangt werden, doch auch der Spaß kam nicht zu kurz. Desweiteren bedanken wir uns beim THW Ortsverband Fürstenwalde/Spree für die sehr gute Verpflegung in Form der Lunchpakete sowie der sehr guten Zusammenarbeit an diesem Tage. 

In Kürze werden wir hierzu ein kleines Video veröffentlichen, welches den Tag in bewegten Bildern wiederspiegelt.


  • Alle teilnehmenden Fahrzeuge

  • Vollbremsung auf Kommando

  • Der Ausbilder gab Tipps und wertete gemeinsam mit den Teilnehmern die einzelnen Aufgaben aus

  • Auch der OV Fürstenwalde nahm mit drei Kraftfahrern und zwei Fahrzeugen teil

  • In der Kreisbahn sollten die Grenzen des Machbaren gesucht werden

  • Bei zwei verschiedenen Untergründen kann ein Fahrzeug leicht ausbrechen

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.


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